Beweisarchiv: Lineare Algebra: Endomorphismen: Satz von Cayley-Hamilton

Aus testwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Beweisarchiv: Lineare Algebra: TOPNAV


Vorlage:Überschriftensimulation 2

Voraussetzungen

Es seien K ein Körper, V ein endlichdimensionaler K-Vektorraum und f:V→V ein K-linearer Endomorphismus von V.

Behauptung

f ist Nullstelle seines charakteristischen Polynoms, d.h. setzt man f formal in das charakteristische Polynom ein, erhält man den Nullendomorphismus.

Beweis

Es sei A=K[f] die von f erzeugte kommutative Unteralgebra von End⁡(V). Die zu beweisende Aussage kann wie folgt umformuliert werden: Die Determinante D des Endomorphismus f⊗1−1⊗f von A⊗V ist gleich null.

Der Beweis beruht auf der Konstruktion der komplementären Matrix: Zu jeder Matrix B gibt es eine Matrix B#, deren Einträge Polynome in den Einträgen von B sind, so dass BB#=B#B=det⁡B⋅𝟏 gilt. Im betrachteten Fall folgt insbesondere

D⋅A⊗V⊆im⁡(f⊗1−1⊗f).

Das Bild ist aber im Kern der Abbildung

A⊗V→V,g⊗v↦g(v),

enthalten. Es gilt also D(v)=0 für alle v∈V, aber das ist nichts anderes als die Aussage D=0 in A⊂End⁡(V).

Elementarer Beweis

Etwas weniger elegant, aber elementarer geht es so:

Zu v∈V betrachte den Vektorraum Uv:=span(fk(v),k∈ℕ0)⊆V.

Da V endlichdimensional ist, erzeugen bereits l Vektoren v0=v,v1=f(v),…,vl−1=fl−1(v) den Unterraum Uv.

Wählt man l minimal, bildet 𝒱={v0,…,vl−1} eine Basis von Uv. Ansonsten hätte ein vi eine Darstellung vi=∑k=0i−1λkvk⇒fl−i(vi)=vl=∑k=0i−1λkfl−i(vk)=∑k=0i−1λkvk+l−i im Widerspruch dazu, daß l minimal ist.

Nach Konstruktion gilt f(vi)=vi+1,i=0,…l−2 und wir haben aufgrund der Basiseigenschaft

f(vl−1)=∑k=0l−1ckvk,ck∈𝕂. Damit hat f~:=f|Uv bezüglich 𝒱 die Darstellung

Mf~=(000…0c0100…0c1010…0c2⋮⋱⋮0⋮000…1cl−1)⇒χf~(x)=|−x00…0c01−x0…0c101−x…0c2⋮⋮⋱⋮−x⋮000…1cl−1−x|.

Mit einiger Rechnerei (Entwickeln nach der letzten Spalte, Stichwort Begleitmatrix) berechnet man das Charakteristische Polynom χf~(x) von f~:

χf~(x)=(−1)l(xl+∑k=0l−1(−ck)xk).

Setzen wir nun f in dieses Polynom ein, und wenden die entstehende lineare Abbildung auf v=v0 an, erhalten wir:

χf~(f)(v0)=

(−1)l(fl(v0)+∑k=0l−1(−ck)fk(v0))=

(−1)l(f(vl−1)+∑k=0l−1(−ck)vk)=

(−1)l(∑k=0l−1ckvk+∑k=0l−1(−ck)vk)=0.

Ergänzen wir die Basis von Uv zu einer Basis 𝒲={v0,v1,…,vl−1,vl,…vn} von V, so hat f bezüglich 𝒲 die Matrixdarstellung H=(Mf~B0B′). In der Blockmatrix taucht unser Mf~ auf. Wir sehen, daß χf~(x) ein Teiler von χf(x)=det⁡(H−x⋅En)=det⁡(Mf~−x⋅El)det⁡(B′−x⋅En−l)=χf~(x)det⁡(B′−x⋅En−l) ist. Die Ei sind entsprechend dimensionierte Einheitsmatrizen. Damit folgt χf(f)(v)=0.

Da wir anfangs v∈V beliebig gewählt haben, ist die Abbildung χf(f) die Nullabbildung und der Satz ist bewiesen.