Beweisarchiv: Algebra: Ringe: Binomischer Lehrsatz

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Voraussetzung

Sei R ein kommutativer unitärer Ring sowie a,b∈R,n∈ℕ0 beliebig.

Behauptung

Es gilt (a+b)n=∑k=0n(nk)akbn−k.

Beweis

Durch vollständige Induktion über n.

n=0:

(a+b)0=1=(00)a0b0=∑k=00(0k)akb0−k

Induktionsschritt: n→n+1

Annahme: (a+b)n=∑k=0n(nk)akbn−k gilt für ein n∈ℕ0

Behauptung: (a+b)n+1=∑k=0n+1(n+1k)akbn+1−k

Beweis:

Durch Verwenden der Annahme gilt:

(a+b)n+1=(a+b)(a+b)n=(a+b)∑k=0n(nk)akbn−k
=a∑k=0n(nk)akbn−k+b∑k=0n(nk)akbn−k (1. Anwenden des Distributivgesetzes)
=∑k=0n(nk)ak+1bn−k+∑k=0n(nk)akbn+1−k (2. Hineinmultiplizieren der Faktoren a,b in die jeweilige Summe)

Jetzt müssen die Summen wieder vernünftig zusammengeführt werden. Dazu wird folgende Identität verwendet:

(nk−1)+(nk)=(n+1k)

Diese lässt sich durch einfaches Ausrechnen beweisen.


Um die entsprechenden Binomialkoeffizienten zu erhalten, wird in (2) der Index der linken Summe um 1 erhöht:

∑k=0n(nk)ak+1bn−k+∑k=0n(nk)akbn+1−k
=∑k=1n+1(nk−1)akbn−k+1+∑k=0n(nk)akbn+1−k (3. Indexverschiebung des linken Summanden)
=an+1+∑k=1n(nk−1)akbn−k+1+∑k=1n(nk)akbn+1−k+bn+1 (4. je einen Summanden aus der Summe herausziehen)
=bn+1+an+1+∑k=1n((nk−1)+(nk))akbn+1−k (5. Summen addieren und Distributivgesetz anwenden)
=(n+10)a0b(n+1)−0+(n+1n+1)an+1b(n+1)−(n+1)+∑k=1n(n+1k)akbn+1−k
=∑k=0n+1(n+1k)akbn+1−k
◻

Wikipedia-Verweise

Binomischer Lehrsatz - Binomialkoeffizient