Aufgabensammlung Physik: Lagrange Bewegungsgleichungen eines sphärischen Pendels

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Bewegungsgleichung einer freien Teilchens mit der Lagrange Gleichung

Ein Pendel bewege sich im festen Abstand l in der der x,y,z-Ebene.

Skizze eines sphärischen Pendels

Berechne die Bewegungsgleichung eines sphärischen Pendels, mithilfe der Lagrangen-Bewegungsgleichung.


Aufstellen der Lagrangen-Bewegungsgleichungen

Das System hat eine Zwangsbedingung:

|r→|−l=0

Wir finden daher 3−1=2 generalisierte Koordinaten.

Da sich das Teilchen auf einer Kugeloberfläche mit dem festen Abstand l vom Nullpunkt.

Daher wählt man als generalisierte Koordinaten die beiden Winkel φ und ϑ, und schreibt r→ in Kugelkoordinaten:

r→=(|r→|sin⁡(ϑ)cos⁡(φ)|r→|sin⁡(ϑ)sin⁡(φ)|r→|cos⁡(ϑ))=vgl. Zwangsbedingungl⋅êr(ϑ,φ)

Nun stellt man die kinetische Energie als Funktion von ϑ, ϑ˙ , φ und φ˙ dar.

T(ϑ˙,ϑ,φ˙,φ)=12mv→2=12m(l⋅ddtêr)2=


Benutzer:Siliurp/ Vorlagen:textbox

=12m⋅l2(êφ⋅φ˙+êϑ⋅ϑ˙)2
=12m⋅l2(φ˙2(sin2(ϑ)(sin2(φ)+cos2(φ))⏟=1)+ϑ˙2(sin2(ϑ)(sin2(φ)+cos2(φ))⏟=1+cos2(ϑ)⏟=1)+2⋅êφφ˙⋅êϑϑ˙⏟=0, da êφ⊥êϑ)
=12m⋅l2(φ˙2sin2(ϑ)+ϑ˙2)=T(φ˙,ϑ˙,ϑ)

Die potentielle Energie wird wie folgt in generalisierten Koordinaten ausgedrückt:

V(r→)=−mg⋅r→z=−mg⋅l⋅cos⁡(ϑ)=V(ϑ)

Die Lagrange Funktion lautet also:

L=12m⋅l2(φ˙2sin2(ϑ)+ϑ˙2)+mg⋅l⋅cos⁡(ϑ)

Berechnen der generalisierten Bewegungsgleichnungen

Berechnet man nun also die Lagrangefunktion, so ergeben sich daraus die generalisierten Bewegungsgleichungen:

0=ddt∂L∂φ˙−∂L∂φ=ddtm⋅l2sin2(ϑ)φ˙

⟹m⋅l2sin2(ϑ)φ˙=const. (1) - z-Komponente des Drehimpulses =m(r→×v→)z, die Winkelgeschwindigkeit ϑ bleibt konstant. Wird ϑ kleiner, so muss φ größer werden, um den Term konstant zu halten. Da der Ausdruck konstant ist, kann das Pendel, in diesem reibungsfreien Fall niemals den z-Nullpunkt durchlaufen - der Drehimpuls bleibt also erhalten.

0=ddt∂L∂ϑ˙−∂L∂ϑ=ml2ϑ¨−(ml2φ˙2sin⁡(ϑ)cos⁡(ϑ)−mgl⋅sin⁡(ϑ))

Wir formen die z-Komponente des Drehimpulses nach φ˙ so um, das man sie in die ϑ-Bewegungsgleichung einsetzen kann, sodass diese keine φ˙-Abhängigkeit mehr hat.

cm⋅l2sin2(ϑ)=φ˙
ml2ϑ¨=ml2sin⁡(ϑ)cos⁡(ϑ)⋅c2m2⋅l4sin4(ϑ)−mgl⋅sin⁡(ϑ)
⇒ϑ¨=sin⁡(ϑ)cos⁡(ϑ)⋅c2m2⋅l4sin4(ϑ)−gl⋅sin⁡(ϑ)

Diese Differentialgleichung 2ter Ordnung könnte nun z. B. numerisch per Computer gelöst werden.

Bestimmt man so ϑ(t), so kann damit durch einsetzen in Gleichung (1) auch φ˙(t) bestimmt werden, sodass so der genaue Ortsvektor des Teilchens zu jedem Zeitpunkt t bestimmt werden kann.