Amateurfunklehrgang – Der Weg zur HB9-Lizenz/ xnec2c - Antennensimulation

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XNEC

NEC („Numerical Electromagnetics Code“) wurde ursprünglich am Lawrence Livermore National Laboratory entwickelt. Die ersten Versionen liefen auf Mainframes und waren stark an FORTRAN-Eingabeformate angelehnt. Zur Simulation von Antennen verwenden wir Xnec2c.

Dateiformat

Um eine Antenne zu beschrieben bedient man sich einem sogenannten Kartensatz. Ein File besteht aus Zeilen welche als Karten bezeichnet werden. Das „Kartenprinzip“ in xnec2c bzw. generell bei NEC stammt historisch aus der Lochkarten-/FORTRAN-Ära der 1960er und 1970er. jede Zeile enthält ein Befehlskürzel und positionsabhängige Paramter.

Das merkt man heute noch:

  • jede Zeile = eine „Karte“
  • feste Befehlskürzel:
    • GW
    • GE
    • EX
    • FR
    • GN
    • RP
  • positionsabhängige Parameter
  • sequenzielle Verarbeitung
Kartentyp GW
Karte Drahtnummer Anzahl Segmente X (von) Y (von) Z (von) X (bis) Y (bis) Z (bis) Radius Draht
Kartentyp (GW) bestimmt die gesamte Struktur der Zeile Eindeutige ID eines Drahtes oder Elements Unterteilung des Drahtes für numerische Berechnung X-Koordinate des Startpunkts [m] Y-Koordinate des Startpunkts [m] Z-Koordinate des Startpunkts [m] X-Koordinate des Endpunkts [m] Y-Koordinate des Endpunkts [m] Z-Koordinate des Endpunkts [m] Drahtradius bzw. halber Durchmesser für Verlust- und Feldberechnung [m]
Text Int Int Float Float Float Float Float Float Float
req req req req req req req req req req

Optionale Funktion - Segmentierung von Drähten mit variierendem Radius - an der GW-Karte wird dei GC Karte angehängt wenn der Radius 0 oder leer ist.


Optionale Erweiterung: Kartentyp GC (Tapered Wire)
Karte RDEL RAD1 RAD2
GC Verhältnis der Segmentlängen (geometrische Progression) Radius am Drahtanfang [m] Radius am Drahtende [m]
Text (Triggerkarte) Float Float Float
req opt opt opt
Kartentyp GE (Geometry Control)
Karte Geometrie-Modus
Geometrische Kontrollkarte Steuert globale Geometrieoptionen des Modells
Text Integer
req opt
Kartentyp EX (Excitation / Speisung)
Karte Excitation Type (I1) Tag Number (I2) Segment Number (I3) Reserved (I4) Real Part (F1) Imaginary Part (F2) Parameter F3 Parameter F4
Art der Einspeisung Typ der Quelle Drahtnummer Segmentnummer Reserviert Realteil der Anregung Imaginärteil der Anregung Zusatzparameter Zusatzparameter
Text Int Int Int Int Float Float Float Float
req req req req opt req req optGN opt


Kartentyp FR (Frequency)
Karte Frequency Stepping (I1) Number Frequencies (I2) Reserved (I3) Reserved (I4) Start Frequency (F1) Frequency Increment (F2)
Frequenzdefinition Art des Sweeps Anzahl Frequenzpunkte Reserviert Reserviert Startfrequenz Frequenzschritt bzw. Faktor
Text Int Int Int Int Float Float
req opt req opt opt req opt


Kartentyp LD (Load)
Karte Load Type (I1) Tag Number (I2) Start Segment (I3) End Segment (I4) F1 F2 F3
Lastdefinition Typ der Last Drahtnummer Startsegment Endsegment Lastparameter Lastparameter Lastparameter
Text Int Int Int Int Float Float Float
req req req opt opt opt opt


Kartentyp GN (Ground)
Karte Ground Type (I1) Radials (I2) Reserved (I3) Reserved (I4) Dielektrizitätszahl (F1) Leitfähigkeit (F2)
Bodenmodell Art des Bodenmodells Anzahl Radials Reserviert Reserviert Relative Permittivität Leitfähigkeit [S/m]
Text Int Int Int Int Float Float
req req opt opt opt opt opt


und für den Ground Typ

Ground Typ Bemerkung
-1 Freiraum: Ignoriert εr und σ.
0 Endlicher Boden: Nutzt εr und σ für Näherungsrechnung
1 Perfekter Boden (ideal leitend): Ignoriert εr und σ
2 Sommerfeld-Norton Boden: Nutzt εr und σ für präzise Berechnung


Parameter für typische Untergründe:

Untergrund / Material Dielektrizitätszahl (ϵr​) Leitfähigkeit (σ) [S/m] Bemerkung
Meerwasser (Salzwasser) 70 – 81 4.0 – 5.0 Sehr guter Leiter, oft als Referenz für "perfekter" Boden in Küstennähe genutzt.
Süsswasser (See, Fluss) 80 0.001 – 0.01 Hohes ϵr​, aber niedrige Leitfähigkeit. Wirkt oft wie eine dielektrische Barriere.
Feuchter Acker / Wiese (Guter Boden) 10 – 30 0.01 – 0.03 Idealer "Average Ground" für viele ländliche Szenarien.
Trockene Wiese / Garten 5 – 15 0.001 – 0.005 Typischer Wert für suburbanes Grünland im Sommer.
Feuchter Sand / Lehm 10 – 30 0.01 – 0.1 Leitfähigkeit steigt stark mit dem Wassergehalt.
Trockener Sand (Wüste, Strand) 3 – 10 0.0001 – 0.001 Sehr schlechter Leiter, Antennen haben hier oft eine höhere Strahlung nach oben.
Steinig / Hügelig 5 – 10 0.001 – 0.005 Mittelmässiger Boden, oft verwendet für gemischtes Terrain.
Gebirge / Fels (Trocken) 2 – 7 0.0001 – 0.001 Sehr schlechter Boden ("Poor Ground"). Fels ist fast ein Isolator.
Eis / Schnee 1 – 3 0.00001 – 0.0001 Extrem schlechte Leitfähigkeit; wichtig für Wintersimulationen oder Mobilfunk in kalten Regionen.
Stadt (Beton / Asphalt) 3 – 6 0.001 Städtischer Boden wird oft als "Poor Ground" angenommen, da die Versiegelung den Boden isoliert.
Dichter Wald (Humus) 15 0.01 – 0.02 Ähnlich wie feuchter Ackerboden, Absorption durch Bäume kann aber separat modelliert werden müssen.


Kartentyp RP (Radiation Pattern)
Karte Calculation Mode (I1) Theta Steps (I2) Phi Steps (I3) Output Format (I4) Normalization (I5) D (I6) Theta Start (F1) Phi Start (F2) Theta Increment (F3) Phi Increment (F4) Radius (F5) Gain Norm (F6)
Richtdiagramm Berechnungsmodus Anzahl Theta-Werte Anzahl Phi-Werte Ausgabeformat Normierung Distanzparameter Startwinkel Theta Startwinkel Phi Theta-Schrittweite Phi-Schrittweite Beobachtungsradius Normierungswert
Text Int Int Int Int Int Int Float Float Float Float Float Float
req req req req opt opt opt req req opt opt opt opt

Die RP-Karte gehört zu den komplizierteren NEC-Karten. Sie definiert wie NEC das Richtdiagramm berechnen und ausgeben soll.

Theta beschreibt den Winkel von der positiven Z-Achse aus:

Theta Richtung
0° senkrecht nach oben
90° Horizont
180° senkrecht nach unten

Phi beschreibt die Drehung um die Z-Achse:

Phi Richtung
0° +X
90° +Y
180° −X
270° −Y

Beispiel 3D-Diagramm:

RP 0 91 181 1000 0 0 0 0 2 2 1000 0

Berechnet

Theta: 0 ... 180° ->   91 Punkte

Phi:  0 ... 360° -> 181 Punkte

Für die meisten Modelle reichen eigentlich:

Feld Bedeutung
I2 Anzahl Theta-Punkte
I3 Anzahl Phi-Punkte
F1 Theta-Start
F2 Phi-Start
F3 Theta-Schritt
F4 Phi-Schritt

Die Felder I4, I5, I6 und F6 werden oft auf 0 gelassen oder von Programmen wie Xnec2c automatisch gesetzt.

Kartentyp EN (End / Execution)
Karte
Simulationsende
Text
req


Bemerkungen

Die Drahtnummer dient der Identifizierung eines Segments, beispielsweise beim Anschluss einer Speisung oder einer konzentrierten Last. Jede Zahl ausser Null kann als Drahtnummer verwendet werden. Bei der Identifizierung eines Segments anhand seiner Drahtnummer werden die Drahtnummer und die Nummer des Segments innerhalb der Gruppe mit dieser Drahtnummer angegeben. Die Drahtnummer eines Segments muss daher nicht eindeutig sein. Falls keBemerkungen

Die Drahtnummer dient der Identifizierung eines Segments, beispielsweise beim Anschluss einer Speisung oder einer konzentrierten Last. Jede Zahl ausser Null kann als Drahtnummer verwendet werden. Bei der Identifizierung eines Segments anhand seiner Drahtnummer werden die Drahtnummer und die Nummer des Segments innerhalb der Gruppe mit dieser Drahtnummer angegeben. Die Drahtnummer eines Segments muss daher nicht eindeutig sein. Falls keine Referenzierung von Segmenten auf einem Draht über die Drahtnummer erforderlich ist, kann das Feld leer gelassen werden. Dies führt zu einer Kennnummer von Null, die nicht als gültige Kennnummer verwendet werden kann.

Sind zwei Drähte an ihren Enden elektrisch verbunden, müssen für die verbundenen Enden identische Koordinaten verwendet werden. Schneiden sich Drähte ausserhalb ihrer Enden, muss der Schnittpunkt an den Segmentenden innerhalb jedes Drahtes liegen, damit die Interpolation erfolgen kann. Im Allgemeinen sollten sich Drähte nur an ihren Enden schneiden, es sei denn, die Position der Segmentenden ist genau bekannt.

Die Unterscheidung zwischen den Enden eines Drahtes ist nur deshalb von Bedeutung, weil die positive Stromrichtung in jedem Drahtsegment von Ende 1 zu Ende 2 verläuft.

Als Faustregel gilt: Die Segmentlängen sollten bei der gewünschten Frequenz weniger als 0,1 Wellenlängen betragen. Bei langen Drähten ohne abrupte Änderungen können etwas längere Segmente verwendet werden, während für die Modellierung kritischer Antennenbereiche kürzere Segmente (0,05 Wellenlängen oder weniger) erforderlich sein können.

Wenn die Eingabe in anderen Einheiten als Metern erfolgt, müssen diese mithilfe einer GS-Karte (Scale Structure Dimensions) auf Meter skaliert werden.

NEC/Xnec – Grundfeldtypen
Feld Typ Beschreibung Verwendet in Karten
Karte Text/String Kartentyp (GW, EX, GE, FR etc.), bestimmt die gesamte Struktur der Zeile Alle
Drahtnummer Integer Eindeutige ID eines Drahtes oder Elements GW, LD
Anzahl Segmente Integer Unterteilung des Drahtes für numerische Berechnung GW
X (von) Float X-Koordinate des Startpunkts (m) GW
Y (von) Float Y-Koordinate des Startpunkts (m) GW
Z (von) Float Z-Koordinate des Startpunkts (m) GW
X (bis) Float X-Koordinate des Endpunkts (m) GW
Y (bis) Float Y-Koordinate des Endpunkts (m) GW
Z (bis) Float Z-Koordinate des Endpunkts (m) GW
Radius Draht Float Drahtradius bzw. halber Durchmesser für Verlust- und Feldberechnung GW
EX – Modus Integer Art der Erregung (z.B. Spannung, Strom, etc.) EX
EX – Amplitude Float Amplitude der Einspeisung EX
EX – Phase Float Phasenwinkel der Quelle (Grad) EX
Frequenz Float Arbeitsfrequenz der Simulation (MHz) FR
Segmentindex Quelle Integer Welches Segment gespeist wird EX
Lastwiderstand R Float Ohmscher Anteil einer Last LD
Lastreaktanz X Float Blindanteil der Last (induktiv/kapazitiv) LD


Beispiel 2m Groundplane

Am Beispiel einer GP erstellen wir eine sogenannte Karte Schritt für Schritt - Eine 2-m-Groundplane deckt fast alle wichtigen Konzepte ab:

  • λ/4-Strahler
  • Radials
  • Boden
  • Einspeisung
  • Impedanz
  • SWR
  • Speiseleitung
  • ggf. Verkürzungsfaktor
  • Strahlungsdiagramm


Wir bauen sie jetzt eine klassische 2m Amateurfunk Groundplane mit einer Resonanz bei 145 MHz, 4 Radials, 50 Ω Einspeisung auf.

Später fügen wir noch folgende Komponenten hinzu:

  • Koaxleitung
  • Verkürzung
  • reale Erde

Schritt 1 - Wellenlänge berechnen

Grundlage jeder Antenne.

Titel Schema Formel Legende
Wellenlänge λ=cf λ: Wellenllänge [m]

c: Lichtgeschwindigkeit im Vakuum 299792458 m/s-1

f: Frequenz [Hz]

Wellenlänge

𝜆 = 300 km/s / 145 MHz ≈ 2.07m

Ein λ/4-Strahler resp. Radial:

𝜆/4 ≈ 51,7 cm

Schritt 2 - NEC-Koordinatensystem verstehen

NEC arbeitet mit:

X, Y, Z wobei Z die Höhe ist.

Bei der Groundplane zeigt der Strahler nach oben (+Z) und die Radials gehen schräg nach unten

Schritt 3 - Zentralen Strahler bauen (GW)

Syntax:

GW-Karte

Geometrie Vertikalstraler
Karte Drahtnummer Anzahl Segmente X (von) Y (von) Z (von) X (bis) y (bis) Z (bis) Radius Draht (in m)
GW 1 11 0 0 0 0 0 0.571 0.001

NEC braucht Segmentierung. Faustregel:

etwa 10–20 Segmente pro λ/2 hier ist 11 ein guter Start. Mit zu wenig Segmenten wird es zu ungenau und mit zuvielen zu langsam und teilweise instabil.

Schritt 4 - Radials hinzufügen

Eine Groundplane braucht Gegengewicht und 4 Radials sind Standard. Wir neigen sie leicht (typisch 30-45°) nach unten, das verbessert die Anpassung in Richtung 50 Ω

Geometrie Radialstrahler
Karte Drahtnummer Anzahl Segmente X (von) Y (von) Z (von) X (bis) y (bis) Z (bis) Radius Draht (in m)
GW 2 11 0 0 0 0.366 0 -0.366 0.001
GW 3 11 0 0 0 -0.366 0 -0.366 0.001
GW 4 11 0 0 0 -0.366 -0.366 -0.366 0.001
GW 5 11 0 0 0 0.366 -0.366 -0.366 0.001

Das ergibt 51.7 cm Länge und ca. etwa 45° nach unten

Schritt 5 - Geometrie abschliessen (GE)

Karte ID
GE 0

NEC weiss jetzt dass die Geometrie fertig definiert ist.

Schritt 6 - Frequenz setzen (FR)

Karte Frequenzschritte typ Frequenzschritte - - Frequenz Increment
FR 0 1 0 0 145 0

Es wird eine Frequenz definiert, 145 MHz

Option: Wir iterieren in 100 Schritten von 100 MHz auf 1100 MHZ:

FR     0     100    0     0  100  100

Schritt 7 — Boden (GN)

Karte Ground Typ Radials Reserviert Reserviert Dielektrizitätszahl εr Leitfähigkeit σ
GN 2 0 0 0 4 0.001

Die Karte GN (Ground) definiert die Eigenschaften des Bodens für die Simulation.

Abhängig vom gewählten Ground Typ werden die Parameter Dielektrizitätszahl und Leitfähigkeit interpretiert:

Schritt 8 — Einspeisung (EX)

Jetzt speisen wir die Antenne.

Karte Einspeisung typ Segment Segment Adm. Asym. Realanteil Spannung Imaginäranteil Spannung
EX 0 1 1 0 1 0

Die Einspeisung kommt am Fusspunkt im unteren Segment des Strahlers

Draht 1, Segment 1 mit 1 Volt Speisung

Schritt 9 - Strahlungsdiagramm (RP)

RP     0    91   181  1000  0.00000E+00  0.00000E+00  2.00000E+00  2.00000E+00  1.00000E+03  0.00000E+00

Das erzeugt ein 3D Strahlungsdiagramm

Damit siehst du den Abstrahlwinkel, Gewinn und die Hauptkeule(n)

Schritt 10 - Simulation starten

XQ

Schritt 11 — Ende

EN

Vollständige Datei - mit Iteration

CM 2m Groundplane
CE 0
GW     1    11  0.00000E+00  0.00000E+00  0.00000E+00  0.00000E+00  0.00000E+00  5.17000E-01  1.00000E-03
GW     2    11  0.00000E+00  0.00000E+00  0.00000E+00  3.66000E-01  0.00000E+00 -3.66000E-01  1.00000E-03
GW     3    11  0.00000E+00  0.00000E+00  0.00000E+00 -3.66000E-01  0.00000E+00 -3.66000E-01  1.00000E-03
GW     4    11  0.00000E+00  0.00000E+00  0.00000E+00  0.00000E+00  3.66000E-01 -3.66000E-01  1.00000E-03
GW     5    11  0.00000E+00  0.00000E+00  0.00000E+00  0.00000E+00 -3.66000E-01 -3.66000E-01  1.00000E-03
GE     0     0  0.00000E+00  0.00000E+00  0.00000E+00  0.00000E+00  0.00000E+00  0.00000E+00  0.00000E+00
FR     0     100    0     0  1.00000E+02  0.10000E+02
GN     1
EX     0     1     1     0  1.00000E+00  0.00000E+00  0.00000E+00  0.00000E+00  0.00000E+00  0.00000E+00
RP     0    91   181  1000  0.00000E+00  0.00000E+00  2.00000E+00  2.00000E+00  1.00000E+03  0.00000E+00
XQ     0     0     0     0  0.00000E+00  0.00000E+00  0.00000E+00  0.00000E+00  0.00000E+00  0.00000E+00
EN     0     0     0     0  0.00000E+00  0.00000E+00  0.00000E+00  0.00000E+00  0.00000E+00  0.00000E+00

Koax ignorieren ist oft ausreichend und Standard in vielen Simulationen. Man kann aber auch mit TL eine Transmission Line modellieren. also die Kabellänge, Impedanz, Verluste, Transformation, ... Reale Antennen sind oft kürzer als theoretisch wegen Endkapazität, Drahtdurchmesser, Umgebung etc. Faustregel: etwa 95 %, also wären es nicht 0.517m sondern 0.491m

Frequenzanalyse in Xnec2c (NEC-2)

Verständnis von Antennen über Frequenzplots

NEC (Numerical Electromagnetics Code) berechnet Antennen nicht zeitabhängig, sondern als stationäre Lösung pro Frequenzpunkt. Eine Frequenzanalyse ist daher eine Abfolge einzelner Lösungen, gesteuert durch die FR-Karte.

SWR (Standing Wave Ratio)

Der SWR-Wert zeigt an, wie gut die Antenne angepasst ist.

Beim Minimum befindet sich die Antenne in Resonanz. Ist dieses Minimum breit, besitzt die Antenne eine grosse Bandbreite.


nun...

Man sieht dann zwar, dass bei 140 MHz, 430 MHz oder 720 MHz etwas passiert, aber nicht warum. Wir können den grünen Frequenzregler bewegen und gleichzeitig die Stromverteilung auf der Antenne beobachten. Wo befinden sich die Strommaxima? Wo liegen die Stromknoten? Welche Teile der Antenne strahlen tatsächlich? Und vor allem: Welche Resonanzmode ist gerade aktiv?

Bei einer Groundplane sieht man oft sehr schön:

  • Grundresonanz (λ/4)
  • 3/4-λ-Mode
  • 5/4-λ-Mode

und weitere Oberwellen

Obwohl die Antenne physisch unverändert bleibt, ändert sich die Stromverteilung drastisch.

Ein weiteres interessantes Experiment ist, die Stromdarstellung zusammen mit dem Richtdiagramm zu betrachten. Dann erkennt man, dass sich mit höheren Moden nicht nur die Stromverteilung, sondern auch die Abstrahlung verändert:

  • λ/4: flaches Donut-Diagramm
  • 3/4 λ: zusätzliche Nebenkeulen
  • 5/4 λ: mehrere Keulen


mode 1


mode 2

mode 3


Dadurch wird verständlich, warum eine Antenne auf einer Oberwelle zwar oft noch "funktioniert", aber ein völlig anderes Richtdiagramm haben kann.

Genau für solche Einsichten sind Programme wie Xnec2c wertvoll. Sie machen die zugrunde liegende Physik sichtbar. Sobald man ein paar Frequenzsweeps auf ein paar unterschiedlichen Antennen durchgespielt hat, bekommt man ein gutes Gefühl dafür, wie Antennen tatsächlich arbeiten.

Nächste Schritte

  • Antenne über Dach
  • SWR sweep
  • Koaxleitung (TL)
  • Verkürzungsspule (LD)
    • SW
  • Radialwinkel optimieren
  • Stromverteilung analysieren
  • Mantelwellen verstehen